Zur Geschichte des Vereins für Jagdteckel e.V.


Am 16. September 1989 trafen sich 17 Jäger in Wermelskirchen im Forsthaus Loosenau und gründeten den Verein für Jagdteckel e.V.. Warum? Gibt und gab es nicht schon genügend Hundevereine in Deutschland? Diese Jäger, die damals aus allen Teilen der damaligen Bundesrepublik zusammengekommen waren, wollten einfach nicht mehr hinnehmen, was andere nicht ändern wollten. Die Bevormundung der Jäger durch die Liebhaber im gemeinsamen Hundeverein war für diese Waidgenossen nicht mehr tragbar. Der Teckel tendierte zum Modehund. Zwischen emotionaler Tierhaltung und profiorientierter Vermehrung auf der einen Seite und Jagdhundezucht auf der anderen Seite waren die Grenzen undeutlich geworden. Ein Meinungsaustausch war angesagt, es ging um die Gründung eines rein jagdlichen Teckelvereins. Man nahm sich vor, dem Teckel als Jagdhund im Sturm der widerstreitenden Interessen eine Rettungsinsel zu bauen und zwischen Jägerschaft und Teckel wieder ein zuverlässiges Band zu knüpfen. 

Bereits am 15. Oktober, also nach nur einem Monat, konnte der Verein für Jagdteckel (VJT) seine Mitgliedschaft im JGHV beantragen, die erforderlichen 50 Mitglieder waren aufgenommen worden. Mit Schreiben vom 29. November 1989 teilte der Vorstand des JGHV mit, dass man den Aufnahmeantrag positiv beschieden habe. Es folgte die Eintragung ins Vereinsregister.

Am 10. März 1990 besuchte eine Abordnung der DDR-Jagdhundeleute den VJT. Über ein ganzes Wochenende wurden Erfahrungen ausgetauscht. Am Rande der Hauptversammlung des JGHV, am 18. März 1990, fanden auch erste Kontakte zu Repräsentanten des Jagdhundeverbandes der DDR statt. Auf der Mitgliederversammlung des VJT am 29. April 1990 werden Abordnungen aus der DDR und aus Luxemburg mit großem Beifall begrüßt. Die Anerkennung für den jagdlichen Teckelverein wächst. Am 05. Januar 1991 beschlossen als erste in den neuen Bundesländern die Mitglieder des Vogtländischen Teckelclub e.V. sich dem VJT anzuschließen. Die Vorreiter werden mit Begeisterung aufgenommen. Anfang 1991 beginnt der VJT Verhandlungen um seine Aufnahme in den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Die Auflagen, die uns gemacht werden, sind fast nicht zu erfüllen und bedeuten in großem Umfang die Aufgabe unserer Gründungsideale. Der Vorstand versuchte trotzdem die erforderlichen Unterlagen und Dokumente zusammenzustellen. Der VDH ändert und verschärft dann während des Aufnahmeverfahrens nochmals seine Aufnahmebedingungen und macht damit eine Aufnahme eigentlich unmöglich.

Anlässlich eines jagdkynologischen Seminars Anfang Februar 1991 in Thüringen setzten sich Delegationen des VJT und des Jagdteckelvereines in der ehemaligen DDR (JTV) zusammen und gestalten eine Absichtserklärung für eine partnerschaftliche Vereinigung beider Organisationen. Diese wurde am 06. April 1991 anlässlich der Mitgliederversammlung des JTV in Berlin-Buch in Anwesenheit einiger Vorstandsmitglieder des VJT in aller Bedeutsamkeit diskutiert. Die Versammlung beschloss dann fast einstimmig den JTV und den VJT zusammenzuschließen. Diese, in der Geschichte des Jagdhundewesens einmalige Vereinigung wurde dann auf der Mitgliederversammlung des VJT am 27. April 1991 in Wulmersreuth auch einstimmig bestätigt.

Die Vereinigung der beiden jagdlichen Teckelvereine löste bei anderen Organisationen ärgerliche Aktivitäten aus, denn damit hatte man nicht gerechnet. Man wurde aktiv und steckte sich hinter den VDH. Dieser kündigte den Vertrag der Zusammenarbeit mit dem JGHV aus dem Jahre 1984 und verlangte, dass der JGHV alle sogenannten Dissidenzvereine, auch den VJT, aus dem jagdkynologischen Dachverband ausschließen solle. Daraus wurde eine lange Geschichte, die heute aber beendet sein dürfte.

Das Präsidium des Jagdgebrauchshundverbandes beschließt am 19. März 1993 den VJT als Vollmitglied aufzunehmen. Diese beachtenswerte Entscheidung gibt dieser jungen Gemeinschaft die Kraft für die weitere zügige Aufbauarbeit. Einen entscheidenden Schritt in Bezug auf die Bekämpfung von genetischen Erkrankungen beim Teckel stellen der Zuchtplan und die Zuchtwertschätzung nach dem BLUP-Verfahren (best linear unbiased prediction) dar. Gleichzeitig wird eine Solidarkasse eingerichtet, aus der Welpenkäufer bei Auftreten von genetischen Defekten nach diesem Zuchtplan für die Aufwendungen oder den Verlust des Hundes entschädigt werden.

Ende 1996 wird der Aufnahmeantrag des VJT durch den Vorstand des VDH abgelehnt. Eine Entscheidung, die dem VJT die einmal festgelegten Ideale erhält und zu keiner Veränderung im Verhältnis zum JGHV führt. Im gleichen Zeitraum erhält der Verein für Jagd-Teckel e.V. die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Ein weiterer Erfolg des kleinen Vereins. Bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 2001 wird eine jagdliche Beistandskasse beschlossen, aus der Mitglieder eine erhebliche finanzielle Unterstützung für Tierarztkosten oder für die Wiederbeschaffung eines Hundes erhalten, der bei der befugten Jagdausübung verletzt wird oder dabei umkommt. Auch hier ist der VJT richtungsweisend. Mittlerweile hat der VJT schon mehr als 1000 Mitglieder. Das ist im Verhältnis zu anderen Teckelklubs nicht viel (DTK ca. 26.000, Int. Dackelclub Gergweis 50.000), aber Quantität ist hier ja gerade nicht gefragt und Qualität wird immer das Kriterium sein, mit dem der VJT sich von anderen unterscheiden muss.

Der bekannte Schweißhundführer Seben Arjes auf die Frage, ob der Teckel als Jagdhund eine Zukunft habe, ob es Sinn macht, einen extrem kurzläufigen Hund für die Jagd zu züchten:

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Ja, er hat eine große Zukunft. Er wird in absehbarer Zeit dringend benötigt. Dies ist meine Ansicht. Der Teckel wird heute bei der Jagd für drei verschiedene Arbeiten eingesetzt. Für die Baujagd! Für die Nachsuche! Und für das Stöbern auf Kaninchen und Schalenwild!

Der Teckel als Jagdhund


In einer Zeit, in der die Reviere kleiner und die Jagdmöglichkeiten für den Einzelnen immer geringer werden, kommt dem Jagdteckel als kleinstem Jagdgebrauchshund eine ständig wachsende Bedeutung zu. Trotz seiner Zugehörigkeit zu den Erdhunden beschränkt sich die Einsatzfähigkeit des Teckels bei weitem nicht alleine auf die Bodenjagd auf Fuchs und Dachs. Als spurlauter und spurwilliger Jäger ist er ein ausgezeichneter Stöberhund für die laute Jagd. Hierbei unterstützt ihn seine hervorragende Nase, die auch Grundlage seiner besonderen Eignung für die Arbeit auf der Wundfährte ist. Gut und konsequent abgeführt ist der Teckel ein angenehmer und aufmerksamer Begleiter bei Pirsch und Ansitz. Seine Jagdpassion lässt ihn auch geflügelte Enten aus tiefem Wasser und das geschossene Kanin aus dichtem Dornendickicht bringen. Jedoch sind dies schon Grenzbereiche seiner Leistungsfähigkeit, wie auch sein Einsatz auf der Wundfährte noch flüchtigen, nur angeschweißten Hochwildes, seine Grenzen hat. Hier ist es ein Gebot der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes, den firmen Spezialisten zum Einsatz zu bringen.

Bauarbeit:

Schon in Schilderungen des Mittelalters wird von Hunden berichtet, die unseren heutigen Teckeln schon sehr ähnlich waren. Bereits 1719 erzählt Flemming von Dachshunden und schildert ihre Arbeitsweise: "Nicht allein auf Erden, auf Bergen und Thälern, in Wäldern und Feldern, ja wohl gar unter der Erden, hat der liebe Gott wunderliche wilde Thiere unterschiedlicher Art erschaffen, so ihre Behältnisse sich zu verbergen suchen: Zu welchem Ende man eine besondere Art einiger kleiner Erdhündlein als Schlieffer oder Kriecher gebraucht, so zu ihrem Fortkommen klein, lang und schmahl vom Leibe, mit niedrigen etwas eingebogenen Füßlein versehen und hierzu dienlich sind . ..... (die Hunde) sind eigentlich die Zwerge aller anderen Hunde zu nennen, und sind, ob sie wohl klein, dennoch so eyffrig und suchen, ihres Herrn Dienst nach äußerstem Vermögen zu vollstrecken: Sie kriechen, treiben, und stöbern ihr Wild, schlagen an, stehen vor mit solchem Fleiß und Eyffer als wohl jemals die andern umb ihrem Weydmann anzuzeigen, wo das Wild sich aufhalte. Diese Zwerg-Art ist meistentheils von Farben roth oder schwärzlich, mit behangenen Ohren, fast Jagdhund ähnlich, nur dass sie kleiner als Zwerge." Um Ihnen die drei Haupteinsatzgebiete des Jagdteckels näher zu erläutern, möchte ich auf die Laudatio des bekannten Schweißhundführers Seben Arjes zurückgreifen, die dieser anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Verein für Jagdteckel geschrieben hat:

„Leider ist der Tierschutz heute nicht immer in der Lage, sich sachlich mit dem Thema „Der Fuchs als Beutegreifer" auseinanderzusetzen. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist er eine politische Macht. Dem Tierschutz ist die Baujagd, insbesondere die Ausbildung in der Schliefenanlage, seit langem ein Dorn im Auge. Ich denke, er wird sich auf der Suche nach Schwachpunkten der Jagd mehr und mehr daran festbeißen. Politiker hören gerne auf zahl- und lautstarke Wählergruppen. Insoweit wird die Baujagd nicht unbedingt das zukünftige Hauptbetätigungsfeld des Jagdteckels sein.

Die Nachsuche:

„Die Nachsuche angeschweißten Schalenwildes mit dem Teckel berührt die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. So steht es in der Homepage des VJT (www.jagdteckel.de) im Internet. Die Nachsuche auf Schalenwild ist nicht in allen Teilen Sache eines Hundes mit extrem kurzen Läufen. Dennoch ist im praktischen Jagdbetrieb der Teckel beim Auffinden des beschossenen Wildes ein ganz wichtiger Helfer. Gerade als Schweißhundführer weiß ich, dass es praxisfremd wäre, zu erwarten, jeder Jäger solle für jedes Stück Schalenwild, das ihm nach dem Schuss außer Sichtweite abspringt, einen Nachsuchenspezialisten herantelefonieren. Hat ein Jäger in dieser Situation einen Teckel an seiner Seite und ist er in der Lage, ihn fachgerecht zu führen, dann ist er sowohl im sinne der Waidgerechtigkeit als auch der tierschutzgerechten Jagd auf der sicheren Seite. Wenn der Jäger in der Lage ist, den Anschuss zu beurteilen, und festzustellen, ob es sich um einen Laufschuss oder einen Körpertreffer handelt, dann sollte er im Bedarfsfall seinen Teckel einsetzen, um das Stück zu finden bevor es verhitzt. Gerade mit dem Teckel hat er einen ganz kompetenten Helfer am Riemen. Denn der Teckel ist eine kleine Bracke. Und mit seiner guten Nase und seiner dickschädeligen Beharrlichkeit wird er nach angemessener Wartezeit in den meisten Fällen das verendete Stück finden. Sollten unglückliche Umstände dazu führen, dass dabei ein noch nicht verendetes Stück aufgemüdet wird, dann ist das zwar nicht gut, aber auch noch keine Katastrophe. Tierschutzrelevant wird es erst, wenn dann ein Hund geschnallt wird, der einerseits nicht schnell genug ist, um das Stück einzuholen, andererseits aber mit seinem enormen Spurwillen ein krankes Tier lange erfolglos vor sich her treibt. Wenn der Führer aber am warmen Wundbett abbricht und dann den Spezialisten anruft, ist es für diesen und den Erfolg noch nicht zu spät. Im Gegenteil, das ist die Praxis für alle Schweißhundführer. Der Teckel ist also für den Durchschnittsjäger ein problemlos zu haltender, vielseitiger Jagdbegleiter, der durch sein Brackenerbe sehr viel Kompetenz für einfache Nachsuchen mitbringt. Ich meine hiermit allerdings nicht die Variante Zwergteckel, sondern den robusten Schlag, der wegen des Schnees keine langen Haare zwischen den Ballen hat, und der stark und groß genug ist, sich auch in mittelschwerer Vegetation noch bewegen zu können. Diesem Jagdhund räume ich für die Zukunft einen sicheren Platz ein."

Der Teckel als Stöberhund:

Auch für das dritte große Arbeitsfeld des Teckels, die Stöberarbeit, möchte ich wiederum Seben Arjes zitieren:
„....Aber ich sehe ein noch wichtigeres Arbeitsfeld des Jagdteckels abseits des Riemen in freier Arbeit. Er ist ein ausgezeichneter Stöberhund für die laute Jagd, wenn es auch leider in der Hochwildjagd noch nicht überall bekannt zu sein scheint. Die Jagd auf Rotwild, Damwild, Sauen und Rehwild driftet durch neue Strategien immer mehr weg von der Einzeljagd zu groß angelegten Gemeinschaftsveranstaltungen, bei der große Waldflächen mit vielen Schützen dicht besetzt werden. Zu diesen Jagden werden Stöberhunde eingesetzt, um das Wild vor die Schützen zu treiben. Tierschutzgerecht läuft das nur ab, wenn das Wild nicht in Panik versetzt wird und so langsam vor die Schützen kommt, dass es sauber beschossen und vorher angesprochen werden kann. Und genau das bewirkt nur ein kleiner Hund, der langsam und zuverlässig spur- und fährtenlaut, das heißt nasenorientiert, jagt. Er soll das Wild anrühren und durch "Belästigung" in Bewegung bringen. Er soll es nicht hetzen. Und deswegen arbeitet hier die Zeit für den Teckel!

Gewiss wird dies nicht überall so gesehen. Nicht einmal selten wird alles was Hund heißt, sogar stumme Hühnerhunde oder sog. Packer zur Treibjagd auf Hochwild in den Wald geschickt. Noch wird gelegentlich „action" im Treiben mit kultiviertem Waidwerk verwechselt. Aber gerade die sog. Gesellschaftsjagden sind ein ganz sensibles Feld an der Nahtstelle zwischen Jagd und Tierschutz. Gerade dort ist das flüchtige Wild besonders schwer anzusprechen, gerade dort ist es auf begrenztem Schussfeld in hoher Flucht nur schwer waidgerecht zu treffen, und gerade dort ist der Anteil jagdbetrieblich unkundiger Sonntagsjäger, die aus gesellschaftlichen oder geschäftlichen Gründen eingeladen werden, besonders hoch. Noch gehen die Tierschützer gegen die Jäger überwiegend unqualifiziert vor. Solange sie das Wesen der Jagd nicht verstehen und naiv Blut- und Mordparolen auf Plakate schmieren, werden sie immer vorzeitig über sich selbst stolpern und brauchen nicht ernst genommen zu werden. Sollte der Tierschutz aber einmal in der Lage sein, die Praxis einiger Gesellschaftsjagden sachkundig zu untersuchen und vernünftig darüber zu reden, dann gäbe das einen plötzlichen Aufschwung für den Teckel als Stöberhund. Aber ich glaube, wir müssen auf unsere Gegner, die sicher das Kind mit dem Bade ausschütten wollen, nicht zu warten. Es gibt in den eigenen Reihen schon genug Beispiele anderer Art. Bei uns im norddeutschen Bereich sind die Packermeuten aus Kampfhundterriern inzwischen selbst bei der Maisjagd in blutigen Verruf geraten. Wo es das Gelände zulässt, drücken mehr und mehr kleine Hunde das Wild so vor die Jäger, dass es angesprochen und sauber beschossen werden kann. Dabei zeigen Teckel, dass sie durchaus auch eine Rotte Sauen in Bewegung bringen können. Sie verbellen stärkere Stücke solange, bis entweder der begleitende Jäger (Treiber) zu Hilfe kommt, oder das Stück sich aus der Unruhezone langsam davonstiehlt."

Prüfungswesen:


Um der Jägerschaft derartig vielseitig einsetzbare Jagdhunde zur Verfügung stellen zu können, müssen diese natürlich auch entsprechend ausgebildet und geprüft werden. Der Verein für Jagdteckel hat hierzu eine Prüfungsordnung aufgestellt, die sich weitgehend an der praktischen Jagdausübung orientiert. Zu Prüfungen des VJT werden nur Teckel zugelassen, deren Führer den Besitz eines eigenen gültigen Jagdscheines nachweist.

Anlagenprüfung (AP)

Fächer:

        Ø Arbeit auf der Hasenspur
        Ø Spurlaut
        Ø Passion am Raubwild und
        Ø Schussfestigkeit (diese Bewertung wird für alle Leistungsprüfungen übernommen

Sinn und Aufgabe der Anlagenprüfung ist die Feststellung der angewölften jagdlichen Anlagen der jungen Hunde und damit des Zuchtwertes der Elterntiere. Das Bestehen dieser Prüfung ist eine der Mindestvoraussetzungen zur späteren Zuchtzulassung sowie der Teilnahme an einer Gebrauchsprüfung.
Bei der Arbeit auf der Hasenspur werden der Wille und die Nasenleistung des Hundes beurteilt. Der Spurlaut, das heißt die Anlage des Verfolgens einer Spur unter ständigem Lautgeben ohne das Wild zu sehen, wird hier gleichzeitig geprüft. Mit der Passion am Raubwild in der Schliefenanlage vor dem abgeschieberten Fuchs soll der Hund die angeborene Raubwildschärfe demonstrieren. Die Schussfestigkeit im freien Gelände beweist seine Wesensfestigkeit.

Leistungsprüfungen:

Auf den Leistungsprüfungen des VJT stellt der Teckel seine jagdliche Brauchbarkeit unter Beweis. Die Schweißfährten sind Übernachtfährten mit max. ¼ l Wildschweiß und werden mit dem Fährtenschuh getreten.

Eignungsprüfung (EP)

Fächer:

        Ø 600 m Schweißarbeit
        Ø allgemeiner Gehorsam
        Ø Leinenführigkeit oder Folgen frei bei Fuß
        Ø Verhalten auf dem Stand

Fakultativ: Ablegen, Haarwildschleppe, Federwildschleppe, Bringen der Ente aus tiefem Gewässer.


Gebrauchsprüfung (GP)

Sie gilt als die Meisterprüfung im VJT. Der Teckel muss in den Prüfungsfächern zeigen, dass er im praktischen Jagdbetrieb vielseitig einsetzbar ist Die Abrichtefächer sind unter strengeren Bedingungen zu absolvieren.

Fächer:

        Ø mind. 1000 m Schweißarbeit
        Ø Stöberarbeit
        Ø Verhalten am Raubwild
        Ø Führigkeit
        Ø Ablegen mit Schussabgabe und
        Ø Verhalten auf dem Stand


Verbandsschweißprüfung (VSwP)

        Ø nach der jeweils gültigen VSwPO des Jagdgebrauchshundverbandes


Leistungszeichen für Naturarbeiten im praktischen Jagdbetrieb

        Ø Arbeit am Naturbau (BauN)
        Ø Naturarbeit am Schwarzwild (SauN)
        Ø Schweißarbeit auf natürlicher Fährte (SwN)

Zuchtwesen


„Es ist zuviel auf Formen, und zu wenig auf jagdliche Leistung gezüchtet worden" (R. Cornell, 1885!) Das Thema ist fast so alt wie die Geschichte des Dackels. Die Erhaltung und Förderung des Teckels als kleiner vielseitiger Jagdhund muss das Ziel jagdlicher Teckelzucht sein. Nur mit gesunden, wesensfesten und leistungsstarken Elterntieren ist eine Teckelzucht für den Jagdgebrauch überhaupt zu verantworten. Das internationale Zuchtreglement und der Rassestandard Teckel der FCI sowie die Zuchtordnung des VDH sind für alle Mitglieder des VJT verbindlich.
Die Formbewertung des VJT ist keine Zuchtschau mit Preisen und Pokalen sondern dient alleine der Zuchtwertermittlung von zur Zucht vorgesehenen Teckeln bzw. der Kontrolle der Nachkommenschaft von durchgeführten Verpaarungen. Kommerzielle Vermehrungszucht sowie einseitige Merkmalszucht ausgerichtet auf Schönheit und Mode werden daher vom VJT für die Jagdhundrasse Teckel abgelehnt.
Die Zucht wird wissenschaftlich durch den TG-Verlag Beuing GmbH Gießen betreut. Die verbindlichen Augenuntersuchungen werden durch Tierärzte des Dortmunder Kreises (DOK) durchgeführt.

Im VJT gibt es keine Massenzucht

Das Mindestzuchtalter für Rüden beträgt 18 Monate, für Hündinnen 15 Monate. Das Höchstzuchtalter ist begrenzt und beträgt für Rüden 10 Jahre, für Hündinnen 8 Jahre. Hündinnen dürfen nur einen Wurf im Kalenderjahr haben. Jeder Züchter darf, unabhängig von der Zahl seiner Hündinnen, nur drei Würfe im Jahr züchten. Beide Elterntiere müssen die Anlagenprüfung und zusätzlich eine Eignungs- oder Gebrauchsprüfung bestanden haben. Vergleichbare vom VJT bzw. JGHV anerkannte Prüfungen anderer Zuchtvereine werden akzeptiert. Beide Hunde müssen vom JGHV anerkannte Ahnentafeln des VJT bzw. der FCI besitzen und auf einer vom VJT anerkannten Zuchtschau für zuchttauglich erklärt, vor der Zuchtverwendung von einem vom VJT anerkannten Tierarzt untersucht und frei von erblichen Augenerkrankungen sein.
Zuchthunde dürfen nur in Paarungen eingesetzt werden, bei denen die zu erwartenden Leistungen oder Erbfehlerrisiken der Nachkommen einen bestimmten Grenzwert einhalten. Die Grenzwerte werden von der Zuchtkommission mit Hilfe des Hundezuchtinformationssystems Dogbase festgelegt und ständig aktualisiert. Zur Bekämpfung von genetischen Defekten, z.B. Teckellähme und "Generalisierte progressive Retina-Atrophie" (PRA), hat der VJT einen Zuchtplan incl. Zuchtwertschätzung zur Berechnung des Erbfehlerrisikos nach dem Verfahren BLUP eingeführt. So hat man die Hoffnung, dass diese genetischen Defekte in den Zuchtlinien des VJT auf Sicht eliminiert werden. Die Anlagen zur Teckellähme werden anspruchsvoll beobachtet. Erkenntnisse gehen in die Zuchtbeurteilung der Hunde ein. Wissenschaftliche Untersuchungen auf diesem Gebiet werden vom VJT unterstützt und gefördert.

Welpenkäufer erhalten eine Gewährleistungszusage zur Abdeckung des unkalkulierbaren Restrisikos. Hierzu ist eine Solidarkasse organisiert, aus der Eigentümer erkrankter Teckel eine finanzielle Beihilfe zur Behandlung oder Neubeschaffung eines Teckels erhalten. Mit dieser Solidarkasse setzt der VJT neue Maßstäbe in der Teckelzucht. Durch diese Maßnahme gehen Informationen über die zu merzenden Defekte in das Zuchtprogramm des Vereins ein. Örtliche Zuchtwarte überwachen gewissenhaft die Einhaltung aller Zuchtauflagen, kontrollieren die Zuchtstätten und beobachten sorgfältig die Entwicklung der Welpen bis zum Alter der Abgabe an den Käufer (frühestens mit 8 Wochen). Jeder Wurf muss mindestens zweimal besichtigt werden. Darüber hinaus stehen die Zuchtwarte den Züchtern bei Bedarf jederzeit mit fachkundiger Beratung zur Verfügung.

Die zukünftigen Jagdhunde sollen möglichst schon im Welpenalter auf ihr späteres jagdliches Umfeld geprägt werden. So sind viele Züchter im VJT dazu übergegangen, noch in der Welpenmeute die jagdlichen Anlagen durch entsprechende Einflüsse (Reviergänge, Heranbringen an Wasser, Vertrautmachen mit Wild, Spiel im Kunstbau u.s.w.) zu unterstützen. Der Verein für Jagdteckel e.V. fördert die Kenntnisse seiner Züchter, Zuchtwarte und Richter durch regelmäßige zentrale aber auch regionale Schulungen. Auch für die Jäger im VJT werden regelmäßige Veranstaltungen, wie Hundeführerlehrgänge, Anschuss- und Baujagdseminare u.s.w. durchgeführt. Die Jagd prägt das Vereinsleben!

Der VJT ist der einzige Teckelverein der Welt, der ausschließlich rein jagdliche Zucht betreibt. Viele Jäger sind mittlerweile im VJT Mitglied geworden, weil sie glauben, dass es an der Zeit ist, die rein jagdliche Zucht des Teckels zu unterstützen. In der Jägerschaft und in den Vereinen und Verbänden der Jagdkynologie hat der VJT eine breite Anerkennung erfahren.

Zum Seitenanfang